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Wie viel darf ein Manager verdienen? E-Mail
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Veröffentlicht von Netcoo Redaktion   
22.02.2008 | 10:17 Uhr
Geld Wie viel darf ein Manager verdienen? Der Deutsche Manager-Verband bezieht Stellung: "In Deutschland sind bis zu 600.000 Menschen im Management tätig. Die Spitzeneinkommen, über die so viel diskutiert wird, entfallen dabei auf eine kleine, überschaubare Gruppe, meist in Aktiengesellschaften. Bereits Ende 2005 hat der Deutsche Manager-Verband (DMV) dies thematisiert. Unter anderem wurden dort „Managergehälter“ offen diskutiert. Anfang 2006 brachte der Deutsche Manager- Verband das Buch „WERteleitfaden für Führungskräfte“ im Hochschulverlag vdf heraus. Werteorientierte Unternehmensführung und Managergehälter sind also durchaus keine neue Erfindung der Politik."

"Die Manager selbst beschäftigen sich mit diesem kritischen Thema, und das durchaus kontrovers. Im Kontext zu der Diskussion um Managergehälter heizt nun die Straftaten der Steuerhinterziehung die gesamte Diskussion weiter an. Zu Recht einerseits, Doppelmoral auch hier – andererseits. Der Imageschaden für eine ganze Berufsgruppe wird, unabhängig von Schuld oder Unschuld, unermesslich sein."

"Der Managerverband mahnt hier Sorgfalt und Bedacht an, denn Gerechtigkeit muss alle betreffen und „Recht“ muss für alle Bürger dasselbe sein, unabhängig von Einkommen, Religion, Geschlecht, etc. Als Deutscher Manager-Verband wollen wir hier das Thema Managergehälter noch einmal zur Debatte stellen, denn nach den durchaus als „heiß“ zu bezeichnenden Gespräche der vergangenen Monate
soll das Thema nicht so einfach aufgrund von tagesaktuellen Ereignissen ungeklärt vom Tisch gewischt werden."

"Mögen Herr Zumwinkel und weitere Manager nun dazu dienen, die Diskussion weiter voran zu treiben."

Marktwirtschaftliche Prinzipien

"Immer mehr Politiker wollen Mindestlöhne durchsetzen und die Gehälter und Abfindungen von Managern begrenzen. Bisher hat sich dabei noch niemand wirklich Gedanken über die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und das deutsche Steuerrecht gemacht. Ein Manager, der im internationalen Vergleich in Deutschland in seinem Einkommen eingeschränkt ist, wird wahrscheinlich die logische Entscheidung treffen, einen gut dotierten Arbeitsplatz im Ausland anzunehmen.

Es ist Aufgabe der Inhaber, der Anteilseigner, der Aktionäre und der
Aufsichtsräte, das Werken und Wirken zu kontrollieren und die Entlohnung von Managern zu begrenzen. Es widerspricht allen Regeln der Betriebswirtschaft und der Logik, diese Einkommen politisch durch Gesetze zu reglementieren. Die Geschichte zeigt, dass der Staat sich aus der Preisbildung in funktionierenden Märkten heraushalten soll. Renate Künast stellte als Verbraucherministerin fest: „Wir leben nicht im Sozialismus und können Managergehälter nicht per Gesetz festlegen.“

"Gleichzeitig stellte sie zur Diskussion, dass die Millionenbezüge und Abfindungen in Vorstandsetagen das eine oder andere Mal unmoralisch sind. Das sieht der Deutsche Manager-Verband genauso, ebenso wie er sich darüber bewusst ist, dass Frauen nach wie vor selten in den Führungsetagen deutscher Unternehmen
zu finden sind und ca. 30 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen."

Einkommen im Vergleich

"Josef Ackermann verdiente 2007 ca. 13,2 Millionen Euro. Er ist jedoch eine Ausnahme, genau wie Dieter Zetsche (Daimler AG, 7,3 Mio.), Michael Dieckmann (Allianz SE, 5,3 Mio.), Wulf Bernotat (E.ON AG, 4,9 Mio.) oder Klaus Zumwinkel (Deutsche Post AG, 4,2 Mio.). Dazu im Vergleich einige Sportlergehälter: Michael Schumacher (ca. 40 Mio.), Ronaldinho (23 Mio.), David Beckham (18 Mio.),
Ronaldo (ca.17,4 Mio.), Oliver Kahn (ca. 9,1 Mio.) und Michael Ballak (ca.8,4
Mio.)."

"Warum sollte ein Manager, der z.B. für 200.000 Angestellte und ganzer Produktlinien die Verantwortung trägt und Bedeutendes zur Volkswirtschaft beiträgt, nur 2 oder 4,5 Millionen Euro verdienen, während Sportler mit Ballspielen oder Autofahren 5, 20 oder mehr Millionen bekommen? Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis."

"Das ist eine der grundlegenden Regeln einer funktionierenden Marktwirtschaft. Hedgefonds-Chefs verdienen weit mehr als Manager. Mit seinem Gehalt wird Josef Ackermann keine Chance haben, einen Platz auf der Verdienstrangliste des Fachblattes "Institutional Investor" zu ergattern."

"Wer dort überhaupt aufgenommen werden will, musste im Jahr 2006 und 2007 schon auf mindestens 65 Millionen Dollar jährlich kommen. Die Stars der Hedgefonds-Branche erzielen Jahreseinkünfte im dreistelligen Millionenbereich. Mit 750 Millionen Dollar hat Hedgefonds-Altmeister George Soros das dickste Paket. David Tepper,früher Anleihe-Experte bei Goldman Sachs, kam bei seiner Firma
Appaloosa Management im Jahr 2003 auf einen persönlichen Jahresverdienst von 510 Millionen Dollar."

"Auf Platz drei folgt James Simons, Chef von Renaissance Technologies - er verdiente im Jahr 2006 rund 500 Millionen Dollar. Das Durchschnittseinkommen der
Top 25 lag bei 207 Millionen Dollar. Bei diesen Mega-Gehältern wundert es nicht, dass überall auf der Welt Hedgefonds wie Pilze aus dem Boden schießen."

"Doch sollen diese Zahlen und Beispiele nicht verbergen, dass es in den letzten Jahrzehnten in Deutschland zu einer Fehlentwicklung kam und Haftung für das Management lange Zeit ein Fremdwort war. Diejenigen, die sich dennoch damit beschäftigten, wähnten sich sicher mit einer Versicherung der so genannten „Directors and Officers Liability Insurance“ (D&O). Diese ruhigen Zeiten sind vorbei. Viele Negativ-Beispiele, wie der Verkauf von Mannesmann D2 Mobilfunk
an Vodafone und die damit verbundenen Abfindungen, oder die Vorfälle bei VW sind Auslöser dafür. Auch die aktuelle öffentliche Diskussion – mag sie auch nicht überall gerecht erscheinen - führt zu Veränderungen. Die Pflichten für Manager wurden kräftig ausgeweitet."

"Die Grenzen zwischen einer aggressiven Unternehmensphilosophie, Wettbewerb intern und extern sowie Unternehmensführung und Pflichtverletzung sind fließend geworden. Das war für den Deutschen Manager-Verband einer der Anlässe, das Buch „WERteleitfaden für Führungskräfte“ herauszugeben. Managerhaftung ist also keine neue Erfindung der Politik. Sie ist Realität und wird immer konsequenter
umgesetzt."

"Seit 1997 ändert sich das Verhalten auch durch eine aktuelle Rechtsprechung.
In diesem Jahr verpflichtete der Bundesgerichtshof (BGH) einen Aufsichtsrat dazu, einen Schadensersatzanspruch gegen einen Vorstand geltend zu machen. Haftbar gemacht wurden weiterhin der Kontrolleur des Milliarden-Pleitiers Balsam sowie VWPersonalvorstand Peter Hartz."

"Die Vorstände und Geschäftsführer sind durch eine Fülle an Normen in die Pflicht genommen: Kartell-und Umweltrecht, Steuer- und Sozialrecht, Gleichbehandlungsgrundsatz und anderes."

"Wer nur die Managerspitze der Fat Cats als Maßstab nimmt, tut der Berufsgruppe der Manager damit Unrecht und verunglimpft sie sogar. Im November 2007 recherchierte der Deutsche Manager-Verband insgesamt 24.035 Stellenangebote im Management und im deutschsprachigen Raum. Das Ergebnis: ca. 23.320 Stellenangebote im Management wurden mit 60.000 bis 100.000 Euro Jahreseinkommen angegeben. Nur 711 hatten ein Einkommen über 100.000 Euro. Das Image der Managerinnen und Manager, der Geschäftsführer, Unternehmer und Selbstständigen in Deutschland verdient es, positiver zu werden." (
www.DMVeV.de)


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A. Wolf sagt: interessanter Artikel, hier gibts einen interessanten Termin:

  Hallo wertinteressierte Menschen,
zu diesem Themenkomplex läd das DNWE Forum Frankfurt-Rhein/Main ein zum ?Gespräch? im Wirtschaftsphilosophischen Salon im Zauberberg am 4. März 2008, Empfang 19.00/ Beginn 19.30 Uhr. Diese Veranstaltung beschäftigt sich mit dem Thema: Social Networking versus Werte-Dialog

An jedem ersten Dienstag im Monat, lädt das DNWE Forum Frankfurt-Rhein/Main gemeinsam mit dem Philosophieforum Kelkheim und dem Forum für Philosophie und Wirtschaft der Uni Mainz ein zum Gespräch im Wirtschaftsphilosophischen Salon im Zauberberg. In gepflegtem Rahmen, nahe, doch deutlich über den ?Niederungen? des Rhein-Main-Gebietes, treffen sich interessierte Mitglieder und Neugierige mit wechselnden Experten zur Diskussion spannender Themen der Wirtschaftsethik unter der Moderation von Andreas Fornefett.

Ich hoffe, dass diese Ankündigung auf interessierte Leser trifft. Denn Networking hat nicht nur mit Network Marketing zu tun.

Herzliche Grüsse aus dem Odenwald, Eure Ann***rt Wolf
28 Februar 2008 | 13:08 Uhr | Website des Autors anzeigen



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