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Eine niederschmetternde Diagnose für den 25-Jährigen: Hodenkrebs mit Metastasen in Lunge und Hirn. Ärzte räumten eine Überlebenschance von drei Prozent ein. Doch der junge Mann nahm den Kampf auf, unterzog sich den stärksten Chemotherapien. Sie zerstörten den Krebs, aber auch seinen Körper. Das Wunder geschah, Lance Armstrong wurde nicht nur gesund, er gewann später sogar das schwerste Radrennen der Welt, die Tour de France. Sein Geheimnis:“ Meine Wiedergeburt ist das Ergebnis unbändigen Lebenswillens.“
Was genau passiert im Gehirn wenn der Wille solch ein Meisterwerk vollbringt? Um das zu verstehen, muss man Wissen wie es arbeitet. Es verschalten sich bei jeder Entscheidung 14 Milliarden Neuronen auf Spuren, die wir als Grundbedürfnisse mit auf die Welt gebracht oder durch Erfahrungen im Laufe des Lebens im Gehirn eingefahren haben.
Das macht es so schwer, den eigenen Willen im Gehirn auch durchzusetzen. Der Verstand entscheidet nicht allein. In zahlreichen Studien konnten Hirnforscher Erregungszustände im Mandelkern, dem Sitz des Unbewussten, nachweisen, Sekunden bevor sich die Testpersonen entschlossen, überhaupt etwas zu tun. Der Einfluss des Unbewussten ist also die Ursache: Es reagiert viel schneller, als der Verstand überhaupt eingreifen kann. Das Unbewusste lässt uns immer wieder tun, was wir eigentlich nicht wollen.
Wir können seine Ressourcen jedoch nutzen, wenn wir etwas wirklich wollen. Fassen wir einen rationalen Entschluss, dann werden die Nervenzellverbindungen im Stirnlappen besonders aktiv. Diese Verschaltungen sind nicht angeboren. Sie entstehen wenn wir öfter die Erfahrung machen, dass wir etwas, was wir erreichen wollten, auch geschafft haben. Wer dieses Wissen bewusst einsetzt, kann sein Leben verändern. Denn haben wir vieles mit festem Willen erreicht, wird der Wille im Gehirn mächtiger.
Nehmen wir uns zum Beispiel vor: Ich will aufhören zu rauchen, müssen wir zunächst wissen, dass die Sucht nach Nikotin auch nichts anderes ist, als ein gut ausgetretener Pfad, eine breite Spur im Unbewussten. Der schnellste Reaktionsweg, den wir eingetrampelt haben. Diese breite Spur aktiviert das Gehirn immer zuerst, wir handeln nach altem Muster und greifen wieder zur Zigarette. Mit Hilfe des Verstandes können wir die Spur umlenken. Normalerweise werden die Verstandesmuster nur selten so stark aktiviert, dass sie die älteren Muster im Unbewussten überlagern und damit unser Handeln wirklich bestimmen. Und das ist genau der Grund, warum wir wieder eine Zigarette anstecken, obwohl wir eigentlich nicht mehr rauchen wollen.
Überlisten lässt sich das Gehirn trotzdem. Man muss neue Denkmuster etablieren und andere Spuren legen. Die Beste Strategie: Wir koppeln einen neuen Vorsatz an ein älteres Bedürfnis an. Wer die Sucht nach Nikotin loswerden möchte, muss also ein altes stark im Gehirn gespurtes Bedürfnis aktivieren. Zum Beispiel das, riechen und Schmecken zu wollen. Denken Sie:“ Ich will gern wieder riechen, was es an bezaubernden Düften zu riechen gibt.“ Solche Gedanken helfen das neue Ziel vor das alte, stark verankerte Bedürfnis zu spannen und die Spur im Gehirn umzulenken. Nach etwa acht Wochen hat sich eine neue Spur gefestigt.
Willenskraft ist die Stärkste Waffe, die wir haben
Sie erfüllt uns Träume, sie ist der Treibstoff, der uns die ehrgeizigsten Ziele erreichen lässt. Und das gilt wirklich für alle Bereiche des Lebens – ob Sport, Beruf, Diät oder der Kampf gegen eine schwere Krankheit. Das Geheimnis des Erfolgs ist immer das gleiche: Motivation – die Umsetzung von positiven Gedanken in Energie!
Hirnforscher Prof. Vilayanur Ramachandran hat entdeckt, dass unsere Verhaltensweisen durch biochemische Codes im Gehirn geprägt werden. Deshalb bedeutet Willensstärke in Wahrheit nichts anderes, als das Gehirn neu zu programmieren – ein Prozess, der genau 21 Tage dauert. Erst dann sind die neuen Datenbahnen, die Verknüpfungen der Nervenzellen, so stark ausgearbeitet, dass sie Teil von uns sind. Wer also in den ersten drei Wochen bei seinem Fitnessprogramm bleibt, wird auch weiter durchhalten.
Willenstärke ist trainierbar wie ein Muskel
Aber sie erfordert den Mut zu klaren Entscheidungen und Durchhaltevermögen. Und: Man muss seine Grenzen kennen und braucht ein Ziel, das auch erreichbar ist. Ist das Ziel sehr weit gesteckt, sollte man sich Zwischenetappen einbauen. Wer die erreicht, wird immer wieder ein bisschen motiviert, bleibt am Ball, nimmt Herausforderungen an – und wird schließlich das Ziel erreichen.
So machen Sie Ihren Willen stark:
Konzentration
Mehr Sport treiben, gesünder essen, aufhören zu Rauchen. Für das Gehirn ist das zu viel. Sieger bündeln ihre Willenskraft – und konzentrieren sich auf ein Ziel.
Der Wille braucht klare Vorgaben
Wer Vorsätze schriftlich fixiert, dem fällt die Umsetzung leichter. Ein Vertrag mit sich selbst stärkt die Willenskraft.
Positive Gedanken
Gute Gedanken machen den Willen stark. Wer sich als Sieger sieht ist erfolgreicher.
Verzicht üben
Einen Tag auf den geliebten Kaffee verzichten oder sogar fasten – das ist ein guter Schritt auf dem Weg zu Willenskraft. Mit einfachen Übungen kann man sich beweisen, dass der Geist stärker ist als der Körper.
Keine Angst vor Fehlern
Willenstarke Menschen sehen Fehler als Chance, sich selbst zu verbessern und mit noch mehr Energie weiterzumachen. Wer sich Rückschläge verzeiht, packt Vorsätze auch wieder an.
Drei Wochen Geduld
Es dauert etwa 21 Tage, bis sich eine neue Gewohnheit im Gehirn auch verankert. Wer diese Zeit durchhält wird stark belohnt.
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