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Mit seiner negativen Abstimmung zur Verbraucherschutzdirektive, von der sich die europäische Direktvertriebsvereinigung FEDSA eigentlich größere Marktharmonisierung für die Direktvertriebsbranche in Europa erhofft hatte, hat das Europa-Parlament laut FEDSA „Millionen von Mitarbeitern im Direktvertrieb die Tür vor der Nase zugeschlagen.“ Die Entscheidung des Parlaments lässt wenig Hoffnung, dass Distributoren und ihre Unternehmen in der näheren Zukunft von einem vereinten Markt profitieren könnten.
„Heute gibt es keinen vereinten europäischen Markt für den Direktvertrieb,“ erklärt der FEDSA Vorsitende Philippe Jacquelinet, der selbst ein mittelgroßes Unternehmen leitet. „Wenn ich aus meinem Heimatmarkt Frankreich z.B. nach Spanien oder Großbritannien expandieren möchte, muss ich mir erst viele teure Anwälte, Übersetzer und Consultants suchen, um mich durch die dortigen relevanten Gesetze zu navigieren. Daraufhin werden hohe Investitionen benötigt, um mein Geschäft an die lokalen Gegebenheiten anzupassen. Das alles hat überhaupt nichts mit verschiedenen Niveaus von Verbraucherschutz zu tun, sondern einfach nur mit historisch unterschiedlicher Gesetzgebung. Es ist die Aufgabe der EU Politiker, die europaweite Harmonisierung dieser Regeln und Gesetze voranzutreiben, die Verbraucher und Unternehmen voranbringen können. In diesem Fall haben uns die Politiker schwer enttäuscht.“
Das Europa-Parlament hat sich gegen weitere Harmonisierung entschieden und gibt den einzelnen Mitgliedsstaaten weiterhin viel Spielraum in ihrer eigenen Gesetzgebung zu Themen wie Zahlungsfristen, Widerrufsrechte und Informationsansprüche. Die Direktvertriebsbranche hat bereits Arbeitsplätze für über 4 Millionen Menschen in der EU geschaffen, darunter 80% Frauen. Der jetzige Status Quo macht es den Unternehmen jedoch nicht einfach, ihr Geschäft innerhalb Europas weiter zu expandieren und über Grenzen hinweg zu integrieren.
„Die Europäische Kommission ist zum Teil selbst an dieser Entscheidung Schuld,“ erklärte der FEDSA Geschäftsführer Marits Bruggink. „Sie bestand darauf, unsere branchenspezifischen Probleme in einen großen Gesamtvorschlag zu integrieren, der sich mit dem gesamten Vertriebssektor befasste. Dieser Ansatz war viel zu ehrgeizig. Ketzt wo die generellen Vorschläge vom Parlament und den Mitgliedsstaaten bereits abgelehnt worden sind, ist alle Energie für die Diskussion einer branchenspezifischen Harmonisierung im Direktvertrieb einfach verpufft. Wir hoffen, dass die Debatte in Zukunft wieder aufgenommen wird und branchenspezifische Vorschläge gemacht werden. Wir werden außerdem eine Kampagne gegen nationale Einschränkungen gegen den Direktvertrieb starten.“
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